Auszeit Lesen

Lesen, das war ein Luxus welcher ich mir lange nicht gegönnt habe. Schon als Kind war ich keine grosse Leserin - obwohl mich meine Mam immer dazu ermutigte und als Erwachsene schon gar nicht. Lange konnte ich nicht verstehen, wieso und warum man sich tagelang in eine Ecke verziehen konnte um ein Buch zu lesen. Ich las immer nur in den Ferien, am Strand (noch vor den Kindern ;)) und auch eher um die Langeweile zu vertreiben.

Vor etwa 1.5 Jahren die Kehrtwende - meine Freundin gab mir das Buch von Lucinda Riley, “Der Engels-Baum” und ich begann darin zu lesen – wow – dieses Buch fesselte mich! Wann immer es möglich war, nahm ich das Buch und las einige Seiten, ich nützte jede freie Minute. Die Jungs machten Zimmerstunde (bei uns eher nur 15  Minuten ;)) - ich las im Buch - die Jungs spielten draussen - ich nahm ein Stuhl, setzte mich an den Strassenrand und las im Buch. Dabei schielte ich immer wieder über den Bücherrand - so konnte  ich die Jungs im Auge behalten. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Was war ich traurig, als das Buch zu Ende war :(... und ich dachte mir - ich will mehr, mehr so Geschichten. 

Das Lesen gibt mir eine “Auszeit” – ich tauche in eine andere Welt ab, nur kurz, aber in dieser Zeit sind in meinem Kopf keine Stundenpläne, keine Znüni Boxen, keine Trainingszeiten, keine Wäsche, kein “Zmittag machen” und was zurzeit sehr aktuell ist - kein Gezanke meiner Jungs - nur die Geschichte und ich.

Nach diesem Buch entschloss ich mich mehr zu lesen - ich begann mit weiteren Romanen von Lucinda Riley und es folgten andere Schriftsteller. Ich stellte fest, dass viele meiner Freundinnen lesen - also tauschen wir die Bücher untereinander aus - eine völlig neue Welt für mich ;)...

Nun lese ich regelmässig, gönne mir meine Zeit - meine Auszeit vom Alltag - manchmal tauche ich fast zu tief in die Geschichten ein, so dass sie mich noch Tage nach dem Ende beschäftigen. Aber es gibt auch Bücher wo die Story mit der letzten Seite ebenfalls in meinem Kopf schliesst.

Gerade habe ich das Buch von Jojo Moyes (finde ich auch echt toll :)!!!: “Weit weg und ganz nah” - bei Seite gelegt. Am Anfang dachte ich nee - das kann es nicht sein. Wollte schon aufhören - aber meine Freundin meinte - es lohnt sich liebes - also blieb ich dran - und schon bald wurde ich dafür belohnt :)! Die Geschichte beflügelte mich so richtig - eine der Hauptdarstellerin - Jess - ist so eine Optimistin - und sie hat es wirklich nicht leicht - ich weiss, die Geschichte ist nur erfunden - aber ich bin sicher es gibt viele solcher Schicksale. Ich bin ja auch ein sehr positiv denkender Mensch und diese Geschichte bestärkte mich noch ein bisschen mehr darin - einfach positiv durchs Leben zu gehen - wer gutes tut dem wird gutes widerfahren. 

 

Vor allem wegen solchen Geschichten liebe ich es heute zu lesen, ich hätte nie geglaubt, dass mir das passieren könnte - ich freue mich auf viele tolle Romane, in welche ich noch abtauchen kann. Und ich nehme mir manchmal auch einfach den Luxus, neben einem Berg Wäsche oder neben dem Staubsauger, kurz einige Seiten zu lesen - weil es mir einfach “guet tuet” und ich danach wieder voller Elan und mit einem Lächeln - den ganzen Alltag als Familienmanagerin bewältigen kann.

 

Herzlich

Eure Isabella

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Michele (Dienstag, 07 Februar 2017 07:32)

    Liebe Isabella
    Danke für die tollen Zeilen. Bei mir ist das Lesen zurzeit Rarität, dabei geniesse ich ein gutes Buch auch sehr. Was ich mir wünschen würde, ist ein Buchklub mit inspirierenden Leuten. Nit dir wär ich definitiv gerne so in einem Klübli; vielleicht ein Zukunftsprojekt...? Ich wünsche dir weiterhin viel Spass beim Lesen!
    PS: einer meiner Favoriten ist das Buch 'Das Herzen hôren' von JP Sendker

  • #2

    Isabella (Dienstag, 07 Februar 2017 09:24)

    Liebe Michele

    Danke für deine Worte :) - eine tolle Idee mit diesem Buchklub - wir speichern es als Zikunftsporjekt :)!

    Uii - werde mir deine Empfehlung merken ;)...glg Isabella