Normaler neuer Alltag

Mein letzter Beitrag ist viele Monate her – ich wollte zwar immer wieder schreiben, jedoch fehlte mir schlichtweg die Zeit. Und nun sollte ich mehr Zeit haben – den der Laden ist seit dem 17. März zu – und doch habe ich irgendwie nicht mehr Zeit… Die Jungs beschäftigen mich den ganzen Tag - die Hausaufgaben wie es mir immer wieder «rausrutscht» und sofort von meinem Jüngeren korrigiert wird – «Mami es sind keine Hausaufgaben – es ist Schule» füllen den Tag quasi vollends aus. Zum Glück kommt zurzeit kein Besuch – denn unser Haus zeigt sich innen aktuell nicht von seiner besten Seite... irgendwie stapelt sich überall Wäsche – der Staub ist immer wieder da, der Esstisch – der über 3 Meter lang ist – ist durch den Tag kaum noch zu erkennen – mühsam schaffe ich mir immer wieder Platz für meinen Laptop. Denn obwohl der Laden zu ist – mangelt es uns nicht an Arbeit. Im Eiltempo hat meine liebe Marie-Laure den Online-Shop aufgebaut und er lief gut an – wir sind sehr dankbar darüber!

 

Heute ist der letzte Tag im Monat März – Mitte März wurde plötzlich alles anders. Wir als Familie haben uns erst vor einigen Tagen an den neuen Tagesablauf gewöhnt. Schnell stellte ich fest, dass es ohne Planung nicht funktioniert – und wenn ich am Mittag nicht noch völlig zerzaust aussehen möchte – ich mich bevor die Jungs aufstehen - zurecht machen muss. Um 7.30 Uhr klingelt der Wecker der Jungs und ab da gibt es kaum eine Minute zum Durchatmen, wieso das so ist - ist mir immer noch nicht klar, denn sie sind ja schon 7 und 10 Jahre alt. Dieses Gefühl von ständig "online sein als Mami" an was erinnert mich das wohl nur??? Ach ja, war das nicht so als sie Babys waren? Die erste Woche nach dem Lockdown fühlte es sich tatsächlich so an – keine Minute für mich – rund um Betreuung der Jungs – Heimschulung, Essen zubereiten, Spiele spielen und sind wir draussen - KONTROLLE -> Sicherheitsabstand, KONTROLLE -> Händewaschen (ach ja mein älterer hat vor lauter Händewaschen ein riesiges Ekzem bekommen - laut Kinderarzt "Waschfrauen-Hände". Sind wir auf der täglichen Velo Tour durch den Wald ständiges zurufen nicht zu schnell, ACHTUNG – nein keine Sprünge…. wir wollen ja nicht im Spital landen… Nach den ersten Tagen war ich am Abend k.o. körperlich und geistig so müde. Damit ich nicht noch "durchdrehe" musste ich «Isa-Zeit» einbauen und Sport und klare Bürozeiten mussten her – und nun – welch Wunder es geht mir besser :). 

Klar fehlen mir meine Eltern, Freunde der persönliche Kontakt zu «anderen Menschen» jedoch fühlt es sich nicht mehr so surreal an. Ich versuche auch das positive zu sehen – unsere Jungs sind näher zusammengerückt – wir kuscheln noch viel mehr als früher, die Gesprächsthemen aufgrund der aktuellen Situation, sind auch mit den Kindern tiefgründiger und es ist unheimlich interessant mit welchen Augen sie die aktuelle Lage sehen.

Aber ich bin besorgt – besorgt um meine Eltern – den Laden und natürlich auch um die vielen Menschen welche nun Existenzängste haben – jedoch versuche ich in jeder Situation auch etwas positives zu sehen und heute bei diesem schönen Wetter spüre ich – dass das Band zwischen uns 4 Staubs intensiver geworden ist – und das erfreut mich mit purem Glück.

 

stay positiv - bleibt Gesund eure Isabella 

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Kommentare: 1
  • #1

    Nina Kern (Dienstag, 07 April 2020 20:13)

    Total schön und gut geschrieben Isabella...
    Glg Nina