Angebot konsequent auf Nachhaltigkeit umgestellt

Kinder wachsen schnell. Kinder werden schmutzig. Kinder mögen Disney. Buben interessieren sich für Autos, Mädchen lieben Feen. Oft sind solche Überlegungen der Grund, weshalb bei Kleidern zu billiger Massenware gegriffen wird. „Das Body wird ja eh schon bald zu klein sein“. „Er fällt immer hin, die Hose ist ruckzuck zerrissen.“

 

Das Essen kaufen wir aber auf dem Markt - Bio-Qualität soll es sein. Ferien machen wir in der Schweiz, das ist nachhaltiger. Wir trinken lieber etwas teureren Wein - „das Leben ist zu kurz für schlechten Wein“. Wir fahren ein Elektroauto, trennen Abfall und schauen, dass das Fleisch auf dem Teller vom regionalen Bauern kommt. 

 

Warum fällt es oftmals schwer, auch bei der Kleidung auf Nachhaltigkeit zu schauen? Warum scheuen wir uns Secondhand-Mode zu tragen? Warum sehen wir nur „Ach diese Wollhose ist aber teuer“ - und bemerken nicht, dass sie angenehmer für die Haut ist und von der Reinigung her sogar einfacher als manch anderes Material? Warum überlegen wir uns bei Kleidern weniger: „Woher kommt das Produkt, wer hat es gemacht, welchen Weg hat es schon hinter sich?“

Weniger ist mehr
Müssen es wirklich 20 Bodys sein? Muss eine Pailletten-Elsa das Shirt schmücken? Muss es eine billige Hose sein. Darf es nicht auch weniger, qualitativ bessere und vom Design her neutralere Mode sein?  

Wer durch die Regale im „TrèsOr.“ am Stalden in Solothurn läuft, staunt ab der Farbenvielfalt. Nicht schrill, eher dezent. Liebevolle Designs, die nicht nur bei den Kids ein „oh, wie schön“ hervorruft, sondern auch bei den Mamis. Klar etwas teurer, als die herkömmliche «Stangenware», aber das mit gutem Grund, wie Isabella Staub Jäggi und Marie-Laure Fröhlicher erklären: „Wir kennen jeden Produzenten - und wissen darum aus erster Hand: Was bei uns im Laden zum Verkauf steht, ist alles auf Nachhaltigkeit geprüfte Mode.“ Die beiden Frauen suchen an Messen die Ware aus, sprechen mit den Lieferanten. Sie schauen sich die Farben und Motive live an, spüren, wie sich der Stoff auf der Haut anfühlt. Die Hosen sind nicht nach zweimal hinfallen durchgescheuert, das T-Shirt nicht nach einmal waschen ausgeleiert. Es steckt keine Kinderarbeit hinter dem Produkt, keine chemischen Mittel werden bei der Herstellung verwendet. Oft sind die Sujets genderneutral. 


Nachhaltiges Secondhand-Angebot
Seit neustem wird nun auch bei dem Secondhand-Sortiment auf Nachhaltigkeit Wert gelegt. Das Angebot ist zwar aktuell noch kleiner als vor der Umstellung, das Interesse aber gross. „Wir können nicht nur A sagen, wir wollten und mussten jetzt einfach auch B sagen“, so die TrèsOr.-Inhaberinnen. Gute Beratung und ein freundliches Wort sind immer inklusive. Und auch wer nicht explizit nach Kleidern, sondern einfach ein hübsches Geschenk für die Kinder - oder auch mal die Mama sucht, wird fündig. Im TrèsOr. merkt man, dass die Frauen wissen, wovon sie erzählen. Sie haben selber Kinder und wissen, was gerade aktuell ist, sie sind informiert und sie sprechen - und das ist wohl besonders wichtig - aus Erfahrung, denn „TrèsOr.“ gibt es schon seit 2015.

Nachhaltigkeit gehört nicht nur auf den Tisch, sondern eben auch in den Kleiderschrank. Weniger ist manchmal mehr. 

 


Danke Meerwort - Lucilia Mendes von Däniken - für den Text.


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Kommentare: 1
  • #1

    Seraina (Dienstag, 17 November 2020 22:50)

    Super geschrieben, recht habt Ihr! Und der Laden ist einfach toll
    Und herzlich geführt, weiter so����